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Das sind die Herren Studenten – Studententippel 2006 |
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Das sind die Herren Studenten
Lange war sie geplant und viel ward drüber gesprochen; die Studenten und älteren Schüler unter uns wollten zusammen für ein Wochenende auf Fahrt gehen.
So trafen wir uns an einem lauen Freitagabend im schönen Amorbach am Dorfplatz und warteten bei untergehender Sonne auf die letzten von uns, die sich per Tramp aus dem Norden Deutschlands auf den Weg gen Bayern gemacht haben. Als auch der Letzte mit einem freudigen Horridoh von uns empfangen wurde, machten wir uns nach einem späten Abendessen auf, unser Quartier für die Nacht aufzusuchen.
So verließen wir Amorbach im dunkeln gen Gotthard, eine Kuppe, nach der eine auf ihr gebaute Klosterruine benannt ist, welche seit ihrem bestehen schon so manches Tief aber auch so manches Hoch gesehen hat. Diese Ruine sollte uns für die Nacht ein Dach über dem Kopf bieten.
Nach ein paar Wegminuten erreichten wir die Klosterruine, welche wunderschön oberhalb des Untermains liegt und uns eine herrliche Aussicht über das mittlerweile nur noch vereinzelt beleuchtete Tal bot. Wir machten es uns im inneren auf unseren Fellen bequem zündeten ein paar Kerzen an und so wurde es noch eine gemütliche Singerunde, bei der natürlich auch ein Becher Rotwein nicht fehlen durfte.
Am Morgen brachen wir nach einem reichlich gedeckten Frühstück gen Michelstadt auf. Hatte es anfangs noch ein wenig geregnet, so wurde das Wetter zunehmend besser und nach einer kleinen Malzeit am Mittag kam dann die Sonne auch ganz zum Vorschein, deren warme Strahlen wir als Anlaß nahmen, uns erst einmal für eine weitere Pause auf einer saftig grünen Wiese niederzulassen.
Doch leider war uns Petrus nicht ganz so hold, wie der Schein der Sonne uns versprechen wollte. Schon bald zogen schwarze Wolken über die Bergkuppe den Himmel herauf und ehe wir uns versahen, rannten wir zu den ersten Häuserreihen Michelstadts den Hang hinab, um uns unter ihren Vordächern vor den sinnflutartigen Regengüssen zu schützen.
Etwas naß und vom Wetter überrascht, zogen wir nach dem kräftigen Guß weiter und streckten etwas später die Köpfe bei einem Eis - welches beim Kauf die Gemüter wieder aufhellte - über die Karte um unser Quartier für den Abend zu planen.
Ein älterer Herr gab uns dabei den gut gemeinten Ratschlag, wir sollten uns doch wegen des Regens kein Dach über dem Kopf suchen, vielmehr sollten wir uns einfach ausziehen! Dann würde unsere Kleidung ja auch nicht naß, und wir könnten am nächsten Morgen mit trockener Kleidung weiter ziehen. Zugegeben, wir waren nicht ganz davon überzeugt und haben uns dann doch für eine Schutzhütte am Waldrand entschieden.
Da uns Petrus den Wolken nach wieder mit Regen drohte, beeilten wir uns mit dem
Holzsammeln wobei wir wohl dem einen oder anderen Jäger die Jagd verdorben haben.
Doch nachdem der erwartete Wolkenbruch nicht lange auf sich warten lies, und sich auch der erste Jäger zu uns gesellte, konnten wir bei einem Becher Rotwein die Wogen wieder glätten. Und ein weiteres Mal hat sich gezeigt, daß nicht jeder Forstpächter oder Jäger der natürliche Feind eines jeden Wandervogels sein muß.
Auch dieser Abend war ein schöner, wenn auch insgesamt etwas feuchter, aber dennoch gemütlich im Feuerkreis. Wieder haben wir viel gesungen aber auch unsere Gespräche, die wir den Tag über schon intensiv während der Wanderung geführt hatten, in aller Ruhe weiterführen und am darauf folgenden Sonntagmorgen bei einem Espresso am Waldesrand abschließen können, bevor ein jeder in verschiedene Richtungen aufbrach um seinen Weg nach Hause anzutreten, und dabei das Bewußtsein in sich zutragen, wieder mit einer Gruppe unterwegs gewesen zu sein, die sich teilweise lange nicht gesehen hat, welche aber dennoch eine gemeinsame Idee und eine gemeinsame Vorstellung vom Leben verbindet - Bund!
Sebastian
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