Mit dem VW-Bus durch Nordafrika – Sommer 2004


 Landkarte West-Sahara - ©Weinbacher Wandervogel

  • Fri, 13 Aug: Der T3 auf dem Weg in die Wueste (Knöpf)
  • Mo, 16 Aug: salam maleikum... (Tönnes)
  • Fri, 20 Aug: der crusiomat und crew vor der ersten wuestenetappe (Knöpf)
  • Do, 26 Aug: durch die endlosen Weiten der Westsahara... (Tönnes)
  • Do, 26 Aug: endlich in der west sahara (Knöpf)
  • Die, 31 Aug: Mauretanien, ein Land gleicht einer Katastrophe... (Tönnes)
  • So, 5 Sept: kurze Eindruecke aus der Republic Islamic de la Mauretanie (Knöpf)
  • Mi, 22 Sept: Mit dem T3 in die Wüste...und auch wieder zurück! (Knöpf)

  • 
    ------- Message follows -------
    Date sent:      	Fri, 13 Aug 2004 16:47:02 +0200 (MEST)
    From:           	knoepf@weinbacher-wv.de
    Subject:        	Der T3 auf dem Weg in die Wueste
    
    Einen sonnigen Gruss aus Tarifa, einem kleinen Nest an der Atlantikkueste,
    beinahe am suedlichsten Punkt Spaniens.
    
    Nach ein wenig Verzoegerung durch unser ausgiebiges Schrauberprojekt, bei
    dem wir den Bus pistentauglich gemacht haben, sind Christoph und ich 
    schliesslich vor einer Woche losgekommen.
    Nach ca. 2500km auf der Landstrasse, haben wir heute einen kleinen Pausentag
    eingelegt. Unser Weg fuehrte auf kleinen Nebenstrassen durch wunderschoene
    abgelegene Gegenden in Frankreich und schliesslich an der  Mittelmeerkueste
    entlang nach Spanien. 
    
    Das Wetter ist bestens. Deutschland verabschiedete sich von uns mit einem
    ordentlichen Gewitter, seitdem hatten wir nur noch blauen Himmel und
    trockene 30 Grad. Gleichfalls grosse Freude bereitete uns die Tatsache,
    dass, je suedlicher wir kamen, der Diesel immer billiger wurde. Derzeit sind
    wir bei 0,78€/l angelangt. Da lacht das Autofahrerherz.
    
    Der Bus leistete bisher treue Dienste. Gestern zeigte er uns jedoch, dass
    mit ihm keine sandigen Abschnitte zu bewaeltigen sind, als wir abends
    versuchten einen abgelengenen Strand anzufahren. Sofort hatte er sich
    festgefahren und fast bis zur hinteren Karosserie eingegraben. Dank unseres
    Wagenhebers und den Sandblechen hatten wir ihn schnell wieder befreit und
    konnten weiterfahren.
    
    Bevor wir nach Afrika verschiffen, wollen wir uns morgen noch die britische
    Enklave Gibraltar anschauen.
    
    Bis zum naechsten Mal wunsche ich Euch einen schoenen Sommer.
    
    Horridoh Philipp
    
    
    
    ------- Message follows -------
    Date sent:      	Mon, 16 Aug 2004 16:58:04 +0000
    From:           	toennes@weinbacher-wv.de
    Subject:        	salam maleikum...
    
    Moin,
    
    wir sind gerade in Meknes und haben hier eines der wenigen Internet Cafes 
    gefunden, nun sitze ich hier an einem uralten PC und schreibe mit dem ein 
    finger system diese email...die Tasttatur ist voellig durcheinander, 
    arabisch halt!
    Hier ist alles am wuseln und am rumsitzen...die fahrt gestern durch das 
    riffgebirge im norden von marokko war das reinste abenteuer...an die paar 
    verkehrsregeln die die hier habe haelt sich absolut keiner...alle fahren sie 
    kreuz und quer durcheinander...und wir mittendrin!
    Am 20.08 ha der Koenig von Marokko geburtstag...bin mal gespannt wie die das 
    feiern!
    
    Morgen wollen wir bis kurz vor casablanca fahren, um dann am Mittwoch die 
    Visas fuer Mauretanien zu beantragen...dann in das hohe Atlas gebirge und 
    schliesslich in die sahara...
    
    ciao bis zum naechsten mal...
    
    Christoph
    
    
    ------- Message follows -------
    Date sent:      	Fri, 20 Aug 2004 22:25:01 +0200 (MEST)
    From:           	knoepf@weinbacher-wv.de
    Subject:        	der crusiomat und crew vor der ersten wuestenetappe
    
    As salem alaikum aus sonnigen zagora unserem tor zur ersten wuesten etappe.
    
    nach nun mehr 4000km, auf denen unser treues Gefaehrt keine Probleme
    bereitet hat, werden wir morgen zur ersten Wuestenetappe aufbrechen. ueber
    150 km steinig sandiga piste,laut den Berbern ist diese tour nicht zumachen.
    aber das moechten wir mit eigenen augen sehen.Inschala.
    
    Seit beinahe einer woche sind wir auf marokkanischem boden und haben uns
    mittlerweile an die klimatischen verhaeltnisse gewoehnt. bis 40 grad stieg
    das termometer, dabei ist es schon eigenartig, dass ich mein arm beim fahren
    lieber im auto lasse, da es im wagen kuehler ist. es ist eine andere hitze
    als man sie aus deutschland oder den usa kennt. es ist einfach nur trocken,
    trotz des gestrigen regenfalls.
    
    ein beliebte taetigkeit ist es uns geworden, einheimische tramper
    mitzunehmen. wir nennen es taxi alleman. die schauen nicht schlecht wenn in
    unserem cruisomat bereits einige landsleute sitzen. gestern haben wir neben
    einem alten mann einen jungen mann vom stamm der berber mitgenommen. da wir
    strecke machen wollten war es kein problem ihn dorthin zu fahren wo er hin
    wollte. zum dank lud er uns zu einer hochzeitsfeier ein, die grund seines
    trampes war. 
    
    das ich immer noch mit europaeischen augen versuche das land und seine
    kultur zu verstehen wurde mir gestern nur allzu bewusst. wir dachten wir
    koennten unmoeglich an einer hochzeit teilnehmen ohne landesuebliche
    kleidung und geschenke. dabei hatte ich das bild einer in unserem land
    ueblichen hochzeit im auge. 
    weit gefehlt. eine berber hochzeit dauert è tage und an jedem tag wird eine
    andere prozedur und andere musik gespielt. das hiess gestern konkret: wir
    bekanen eine jellaba, das typische gewand der berber, und nahmen an einem
    essen von  aelteren maennern teil. frauen sah man kein einziges mal waehrend
    des essens. solche themen sind auch als diskussionsgrund nicht erwuenscht.
    anschliessend fand auf dem dorfplatz ein musikalisches spektakel statt.
    fuer uns, wie fuer die dorfbewohner ein besonders ereignis. 
    
    Marokko ist fuer mich noch ein land der grossen gegensaetzlichkeiten.
    mercedes neben esels karren, leicht gekleidete frauen neben verschleierten.
    ein alter mann sagte mir in einem anderen zusammenhang. geniesse die
    freiheit dich in marokko zu bewegen und dir alles anzusehen. schau es dir
    gut an aber urteile nicht ueber unseren koenig, unsere politik und gott. 
    diese worte sollten wir uns in der westlichen welt haeufiger vor augen
    fuehren wenn wir vorschnell ueber dinge urteilen die zwir nicht verstehen
    -koennen-.
    
    
    in diesem sinne wuensche ich dir frohes schaffen und dass der sommer auch
    noch nach deutschland kommt. von mir aus kannst du von mir ein paar grad
    abhaben. dem naechst mehr. inschala.
    
    salut philipp
    
    
    
    
    ------- Message follows -------
    Date sent:      	Thu, 26 Aug 2004 15:33:15 +0000
    From:           	toennes@weinbacher-wv.de
    Subject:        	durch die endlosen Weiten der Westsahara...
    
    Hallo,
    
    wir sind heute hier in Dakhla (Westsahara) angekommen...
    Wie jedesmal sitze ich hier in einem internet cafe mit gluhender 
    leitung...die Tastatur ist hier so abgegriffen das ich die Buchstaben mehr 
    denn je suchen muss, und hoeren Bob Marley...
    
    Nachdem wir unsere erste Wuestentour gut ueberstanden hatten ging es in 
    flotter fahrt weiter richtung sueden, ab der Westsahara dann von 
    Polizeiposten zu Polizeiposten hier nach Dakhla...
    Unsere Stimmung wurde allerdings durch die uebliche Fahrtenkrankheit etwas 
    getruebt...aber unkraut vergeht ja bekanntlich nicht!
    
    Auch unser Bus hat seinen ersten aussetzer gehabt...unser erster Platten war 
    da...waehrend der reperaturen haben wir auch festestellen muessen das unsere 
    Heckklappe voll mit oel war. Was ist da los? Reifen ok aber das orl gab mir 
    schon sehr zu bedenken. Kommt das vielleicht von dem Haariss in der 
    Oelwanne? Ganz ehrlich, unser Bulli hat auf unserer Wuestenetappe schon sehr 
    gelitten...
    Es hat sich aber als eher undramatisch herausgestellt...ein schlauch vom oel 
    Kuehler hatte sich gelockert.
    
    Wir werden nun erstmal eine ausgiebige Pause machen und uns ieberlegen wie 
    wir weiter vorgehen. Heute haben wir die ùagische zahl von 5500 Touren 
    Kilometer erreicht...ich habe mir das auch erstmal auf der Zunge zergehen 
    lassen muessen...ganz schoen viel!
    
    Die Marokkaner und wie sie alle heissen wollen hier ja bekanntlich nicht so 
    gerne Fotographiert werden...wir haben das respektiert und uns auf 
    landschaftsbilder eingeschossen. Heute haben wir dann einen Anschiss 
    bekommen als wir dabei waren einen Meilenstein zu Fotographieren...die 
    spinnen wirklich...
    
    Ach was ganz vergessen habe...jetzt kommt was fuer die auto fahrer! Was 
    kostet der Diesel in Deutschland? ICh meine vor meiner abfahrt waere er bei 
    knapp einem euro gewesen...
    Hier in der Westsahahra macht das auto fahren riesen spass hier kostet 
    einmal voll tanken nur 15 euro! Und kleinlich sind die hier beim tanken 
    wirklich nicht...der Tank wird bis oberkannte unter kante voll gemacht, 
    wobei der letzte halbe liter eher ausserhalb des Fahrzeugs landet. Aber kost 
    ja nichts...
    in der einen hand den Zapfhahn und in der anderen die Kippe... naja, in 
    schallah...
    
    so das war es mal wieder mit den 1001 geschichten aus Nordafrika...
    
    Tschoe Christoph
    
    
    
    ------- Message follows -------
    Date sent:      	Thu, 26 Aug 2004 18:18:17 +0200 (MEST)
    From:           	Knoepf@weinbacher-wv.de
    Subject:        	endlich in der west sahara
    
    marhaban 
    einen sonnigen gruss aus dakhla, ein gemuetliches stadtchen in der west
    sahara. vorweg sei gesagt, air haben die unschaffbare 1. wuestenetappe
    entgegen aller meinungen gemeistert.
    
    Auf der landkarte schien es, als sei die west sahara menschenleer, doch weit
    gefehlt. Die west sahara, ehenals spanisch west sahara, wurde untergrossen
    anstrengungen besiedelt, nachdem die Ureinwohner und die Mauretanier besiegt
    das land verliessen. ein bonus den die bewohner der west sahara haben, der
    auch uns zu gute kommt, sind die subventionierten treibstoffpreise. ein
    liter diesel kostet hier weniger als 0,30 Euro pro liter. verstandlich, dass
    das fahren hier noch mehr spass macht.
    
    600km beste landstrasse fuhren wir durch beinahe nenschenleere gebiete. es
    ging immer nur geradeaus. gelegentlich kam uns ein lkw entgegen. fuer beide
    fahrer eine abwechslung, man gruesst kurz ehe man wieder alleine in der
    weite der sandwueste ist.  einzig und alleine der stand der sonne aenderte
    sich sonst nichts. dass das gebiet einen sonderstatus hat merkt man
    spaetestens an den vermehrten militaer und polizeiposten, die ueber den
    grund der reise informiert sein wollen. allesamt verlaufen zuegig und
    freundlich. ein mal wurden air gefragt, ob wir nicht zufallig ein geschenk
    da lassen moechten. ein stift reichte aus...
    
    in den naechsten tagen werden air uns in dakhla von unserer ersten etappe
    erholen. Mensch und Maschine haben die 200km auf sehr steiniger piste nicht
    unbeschadet ueberstanden. man stelle sich ein ausgetrocknetes sehr steiniges
    bachbett vor, das gibt eine ahnung von der beschaffenheit der piste. wir
    feierten schon wenn in den 3. Gang geschaltet werden konnte. doch
    unvergesslich sind die eindruecke. des weiteren war es so heiss, das wir um
    die kuehlwassertemperatur gering zu halten; die heizung auf die hoechste
    stufe stellten. es wurde trotz alledem nicht heisser. nachts stuermte es und
    dser wind fuehlte sich an, als stuende jemand nit einem foen neben uns. 
    unser fahrzeug liess uns nie im stich auch nicht als wir in tief eingesandet
    hatten oder es mit schwung aus einem bachbett katapultierten. 
    
    5500km gehen auch an dem kraeftigsten kaempfer vorueber. so hatten wir,
    wieder auf der landstrasse, einen platten undeinen lockeren schlauch am
    oelkuehler, duech den wir einen hohen oelverlust zu beklagen hatten. bei
    genauerer betrachtung stellten wir fest, dass wir wohl einige male zu oft
    mit dem wagen aufgesetzt waren. die achilissehne des  busses, die tief
    liegende oelwanne, hat durch einen zu grossen kiesel einen haarriss
    bekommen. aber auch mit diesen problemen wurden wir fertig. 
    
    Als naechste ziel haben wir nouhadibou ins auge gefasst. sollten es die
    pisten verhaeltnisse w*zulassen versuchen air bis nouakchott vorzudringen.
    
    
    
    im anhang der mail findest du blauen himmel und angenehme 33grad.viel spass
    damit.
    
    salut philipp
    
    
    
    
    ------- Message follows -------
    Date sent:      	Tue, 31 Aug 2004 12:04:44 +0000
    From:           	toennes@weinbacher-wv.de
    Subject:        	Mauretanien, ein Land gleicht einer Katastrophe...
    
    Moin,
    
    wir haben nun den suedlichsten Punkt unserer Reise erreicht...
    Nachdem wir 500 Kilometer durch die Wueste gefahen sind, sind wir ohne 
    Pannen in Nouhakchott , der Hauptstadt von Mauretanien angekommen. Wir haben 
    diese grosse tour in einer kleinen gruppe gemacht um an den Polizeiposten 
    etwas besser (billiger) passieren zu koennen. Trotzdem haben wir hier und 
    dort etwas zahlen oder geben muessen...sie sind hier halt einfach kurrupt.
    Der Trip durch die Wueste wa eine sehr interessante Erfahrung und ich denke 
    das wir viel ueber das fahren im sand gelernt haben...
    Einmal ist es vielleicht ganz lustig das auto auszugraben aber nachdem 
    dritten mal kotzt es einen richtig an, wir haben hier immerhin 31 grad im 
    schatten.
    Da wir uns total auf eine Dusche gefreut haben sind wir auf einem Camping 
    platz abgestiegen, was wir nicht wussten war das die duschen nicht 
    funktionieren und generell kein wasser aus der leitung kommt. Ich sag euch 
    die stimmung war perfekt... nach langen hin und her gabe en abends fuer ne 
    halbe stunde wasser...
    was das internet betrifft, ist es hier wesendlich schlimmer wie das letzte 
    mal. es kostet zwar nur 60 cent pro stunde aber es ist schlimmer wie mit 
    einem 56 k modem, pro seite braucht ich hier 15 min zum laden...
    
    Morgen treten wir die rueckreise an, geplant ist das wir am 25 sept etwa 
    zurueck sind...bis dahin
    
    
    Tschoe
    Christoph
    
    
    
    
    ------- Message follows -------
    Date sent:      	Sun, 5 Sep 2004 15:27:19 +0200 (MEST)
    From:           	knoepf@weinbacher-wv.de
    Subject:        	kurze Eindruecke aus der Republic Islamic de la Mauretanie
    
    marhaban 
    einen kalten aber sonnigen gruss aus laayoune, der noerdlichsten stadt in
    der west sahara. 
    zwar scheint die sonne und der himmel zeigt sich im schoensten blau, trotz
    alledem bringt der starke west wind vom atlantik, kaltes wetter.
    mittlerweile ist das thermometer auf 25 grad gesunken. Fuer uns die die
    ganze letzte woche beinahe 40 grad im schatten hatten, kuendigt sich damit
    schon der kalte norden an.
    
    In der letzten woche haben wir uns erfolgreich durch die Wueste in
    Nordmauretanien gekaempft und schneller als erwartet Nouakchott, die
    Mauretanische Hauptstadt erreicht. Die Etappe standen wir gemeinsam mit
    einer franzoesischen Familie, die in einem gelaendewagen ihren umzug nach
    Nouakchott machte, und einem englischen paearchen, die mit 2 motorraedern
    eine Trans Afrika Tour machen, durch.
    die teilweise sehr sandige piste zehrte an den kraeften aller beteiligten.
    wir entwickeln uns mehrund mehr zu meistern des sand fahrens, doch ein bulli
    ist nunmal kein gelaendewagen und so kommt es vor dass wir bei 40º wieder
    mal unser fahrzeug ausgraben muessen, weil wir die bodenbeschaffenheit
    falsch eingeschaetzt haben. 
    
    In nouakchott deutet nichts auf die tatsache hin, das es sich um eine
    hauptstadt handelt. Ziegen rennen durch den strassenverkehr und durchwuehlen
    muellberge, die so allgegenwaertig sind wie bei uns muelltonnen. Eselskarren
    zwaengen sich an mercedes -8er vorbei.man koennte meinen alle mercedes
    kombis vom modell strich 8 bis zum w 124, die es jemals in deutschland gab,
    waeren nach mauretanien verkauft worden.
    
    es riecht nach unrat und diesel abgasen.wenn man in dem getuemmel nicht
    aufpasst, stolpert man ueber jemanden der am boden kauert und seine notdurft
    verrichtet. was fuer uns wie wildes afrika aussieht, ist in wahrheit nichts
    anderes als die pure armut und die enormen anstrengungen eines
    volkes,irgendwie zu ein paar ougiyan, der name der hiesigen waehrung, zu
    kommen.
    
    Nichtsdestotrotz ein haben wir sehr interesannte eindruecke sammeln koennen
    und entgegen aller meinungen, kontakte zur bevoelkerung knuepfen koennen.
    die mauretanier sollen fremden gegenueber sehr verschlossen sein. 
    
    Leider ist es dennoch wahr,dass sich polizei posten ueber ein kleines
    geschenk freuen, bzw. direkt noch dingen fragen. so fragte einer , ob wir
    unsere ausruestung noch braeuchten, wir wuerden ja wieder nach deutschland
    fahren und braeuchten den kram dort nicht mehr. als ich in erinnerte, dass
    ich ihm auf dem hinweg bereits ein fussballtrikot geben hatte, konnte er
    sich par tout nicht daran erinnern. 
    
    Alles in allem verliefen die Kontrollen schnell und hoefflich, bis auf den
    einen oben genannten posten. bei der einreise wurden uns sogar 10 euro
    erlassen, weil wir das erste mal nach mauretanien einreisten. wie auch
    immer, bei einem durchschnittslohn von 50dollar fragt ein polizist
    verstaendlicherweise gerne nach einem kleinen geschenk. wie sagen die leute
    hier gerne: leben und leben lassen.
    
    Um die ausreise zu erleichtern, waehlten wir eine piste die zufaellig den
    mauretanischen grenzposten umfuhr. somithatten wir uns diese prozedur ein
    mal ersparen koennen. 
    
    In der westsahra nutzen wir nun noch einmal die moeglichkeit, diesel fuer
    0,25euro-liter, zu tanken, um dann in richtung jebel toubkal, einem
    4000mberg im herzen von marokko,aufzubrechen.
    Mir ist zu ohren gekommen, dass ein liter diesel in deutschland 1,09euro
    kosten soll. da kann ich mich nur den tankwaertern aus der west sahara
    anschliessen und unglaeubig mit dem kopf schuetteln.
    
    in diesem sinne
    einen schoenen spaetsommer
    
    ilal liga
    philipp
    
    
    
    
    ------- Message follows -------
    Date sent:      	Wed, 22 Sep 2004 00:46:42 +0200 (MEST)
    From:           	knoepf@weinbacher-wv.de
    Subject:        	Mit dem T3 in die Wüste...und auch wieder zurück!
    
    
    Hola
    nach nun mehr 13000km haben wir wohl erhalten unseren heimischen Taunus
    erreicht. 
     
    Eine gute Einstimmung auf das herbstliche Wetter in Deutschland haben wir
    bereits auf unserem kleinen Tippel im Toubkal, südlich von Marakesch in
    Marokko, erhalten.
    Der Jbel Toubkal ist mit seinen 4137m der höchste Berg Marokkos und liegt in
    Mitten des wunderschönen Atlas Gebirge.
    Von einem kleinen Bergdorf führt eine Ziegenautobahn zwischen mächtigen
    Felswänden bis zu einer Schutzhütte auf 3000m.
    Dort zogen wir es vor unter freiem Himmel zu schlafen, da uns die Preise für
    eine Übernachtung in der Hütte zu hoch waren. Spätestens hier merkten wir,
    dass wir eigentlich eine Wüstentour geplant hatten und dem entsprechend
    ausgerüstet waren. 
    Mit dem Einbruch der Dämmerung erhob sich ein orkanartiger Wind und pfiff
    durch das Tal in dem die Schutzhütte lag. Wir zogen es vor den Rest der
    Nacht in einem Rohbau zu verbringen und taten aufgrund unserer leichten
    Sommerschläfsäcke kein Auge mehr zu. 
    Im Morgengrauen packten wir unsere Sachen zusammen und überwanden die
    letzten 1000 Höhenmeter. Am Gipfel wurden wir mit einer überwältigenden
    Aussicht belohnt. 
    Nichtsdestotrotz waren wir froh als wir nach dem Abstieg das Bergdorf Aroumd
    erreichten und die Temperaturen merklich in die höhe schnellten.
    
    Die folgenten Tage verbrachten wir in Marakesch bei schön heißem Wetter. 
    Die Stadt ist leider sehr stark vom Tourismus geprägt, man findet dort Dinge
    vor die für ganz Marokko recht untypisch sind, so dass wir uns weiter in
    Richtung Norden auf den Weg machten um noch ein wenig Sonne zu tanken.
    
    Der Rückweg aus der West Sahara gestaltet sich äußerst günstig. Denn dort
    hatten wir noch einmal 150 Liter vom guten subventionierten Diesel für unter
    30 cent getankt. Auch hier gab es wieder ein ungläubiges Kopfschütteln als
    wir dem Tankwart von den deutschen Preisen berichteten. Dieser klopfte mir
    auf die Schulter und meinte er würde den Tank mal richtig voll machen. Was
    er auch tat und nebenbei einige Liter neben unser Fahrzeug plätschern ließ,
    da er sich gerade eine Zigarette anzündete.
    Mit dieser Reserve erreichten wir die spanische Freihandelszone Ceuta, wo
    wir wieder unsere Vorräte für 55c cent auffüllen konnten. 
    Die Nadel war schon unter den Nullpunkt der Tankanzeige gerutscht, als wir
    Andorra erreichten und dort in den Genuß von Diesel für 67cent kamen.
    Andorra ist ein Besuch wert, nicht nur wegen den günstigen
    Spirituosepreisen, die teilweise um die Hälfte billiger sind als in unseren
    Landen, sondern auch wegen der schönen Landschaft. 
    Als wir den Zollbeamten an der Grenze fragten, wieviele Flaschen Schnaps wir
    denn exportieren könnten, antwortete dieser etwas irritiert: "Wie Flaschen?"
    und drückte uns eine Broschüre in die Hand, aus der wir ersehen konnten,
    dass sich der Export von Alkoholika auf eine Flasche beschränkte. Nun ja zum
    Glück haben wir einen großen Cruisomat mit vielen Winkeln.
    
    Zum Schluß besuchten wir noch Luxembourg um mal wieder unsere
    Treibstoffreserven aufzufüllen. Spätestens hier stellten wir fest, dass sich
    der Sommer entgültig seinem Ende näherte, als wir uns in kurzen Hosen und
    Sandalen, Menschen mit Winterjacken und Schal gegen über sahen.
    
    Die Wüstentour ist zu Ende, unseren  lang gehegten Traum mit dem eigenen
    Fahrzeug in die Wüste zu fahren,  haben wir endlich umgesetzt. Wir haben
    tiefe Einblicke in einen Fremdekultur nehmen können und unbekannte
    Landschaften betreten. Doch während die eine Fahrt gerade zu Ende geht,
    haben wir schon neue Pläne geschmiedet. Wie sagte der berühmte
    Afrikaforscher Henry Morton Stanley nicht ohne Grund: "Africa is in me."
    
    In diesem Sinne wünsche ich Dir einen heißen Herbst...
    
    Horridoh Philipp
    



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