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Mit dem VW-Bus durch Nordafrika – Sommer 2004 |
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------- Message follows ------- Date sent: Fri, 13 Aug 2004 16:47:02 +0200 (MEST) From: knoepf@weinbacher-wv.de Subject: Der T3 auf dem Weg in die Wueste Einen sonnigen Gruss aus Tarifa, einem kleinen Nest an der Atlantikkueste, beinahe am suedlichsten Punkt Spaniens. Nach ein wenig Verzoegerung durch unser ausgiebiges Schrauberprojekt, bei dem wir den Bus pistentauglich gemacht haben, sind Christoph und ich schliesslich vor einer Woche losgekommen. Nach ca. 2500km auf der Landstrasse, haben wir heute einen kleinen Pausentag eingelegt. Unser Weg fuehrte auf kleinen Nebenstrassen durch wunderschoene abgelegene Gegenden in Frankreich und schliesslich an der Mittelmeerkueste entlang nach Spanien. Das Wetter ist bestens. Deutschland verabschiedete sich von uns mit einem ordentlichen Gewitter, seitdem hatten wir nur noch blauen Himmel und trockene 30 Grad. Gleichfalls grosse Freude bereitete uns die Tatsache, dass, je suedlicher wir kamen, der Diesel immer billiger wurde. Derzeit sind wir bei 0,78/l angelangt. Da lacht das Autofahrerherz. Der Bus leistete bisher treue Dienste. Gestern zeigte er uns jedoch, dass mit ihm keine sandigen Abschnitte zu bewaeltigen sind, als wir abends versuchten einen abgelengenen Strand anzufahren. Sofort hatte er sich festgefahren und fast bis zur hinteren Karosserie eingegraben. Dank unseres Wagenhebers und den Sandblechen hatten wir ihn schnell wieder befreit und konnten weiterfahren. Bevor wir nach Afrika verschiffen, wollen wir uns morgen noch die britische Enklave Gibraltar anschauen. Bis zum naechsten Mal wunsche ich Euch einen schoenen Sommer. Horridoh Philipp
------- Message follows ------- Date sent: Mon, 16 Aug 2004 16:58:04 +0000 From: toennes@weinbacher-wv.de Subject: salam maleikum... Moin, wir sind gerade in Meknes und haben hier eines der wenigen Internet Cafes gefunden, nun sitze ich hier an einem uralten PC und schreibe mit dem ein finger system diese email...die Tasttatur ist voellig durcheinander, arabisch halt! Hier ist alles am wuseln und am rumsitzen...die fahrt gestern durch das riffgebirge im norden von marokko war das reinste abenteuer...an die paar verkehrsregeln die die hier habe haelt sich absolut keiner...alle fahren sie kreuz und quer durcheinander...und wir mittendrin! Am 20.08 ha der Koenig von Marokko geburtstag...bin mal gespannt wie die das feiern! Morgen wollen wir bis kurz vor casablanca fahren, um dann am Mittwoch die Visas fuer Mauretanien zu beantragen...dann in das hohe Atlas gebirge und schliesslich in die sahara... ciao bis zum naechsten mal... Christoph
------- Message follows ------- Date sent: Fri, 20 Aug 2004 22:25:01 +0200 (MEST) From: knoepf@weinbacher-wv.de Subject: der crusiomat und crew vor der ersten wuestenetappe As salem alaikum aus sonnigen zagora unserem tor zur ersten wuesten etappe. nach nun mehr 4000km, auf denen unser treues Gefaehrt keine Probleme bereitet hat, werden wir morgen zur ersten Wuestenetappe aufbrechen. ueber 150 km steinig sandiga piste,laut den Berbern ist diese tour nicht zumachen. aber das moechten wir mit eigenen augen sehen.Inschala. Seit beinahe einer woche sind wir auf marokkanischem boden und haben uns mittlerweile an die klimatischen verhaeltnisse gewoehnt. bis 40 grad stieg das termometer, dabei ist es schon eigenartig, dass ich mein arm beim fahren lieber im auto lasse, da es im wagen kuehler ist. es ist eine andere hitze als man sie aus deutschland oder den usa kennt. es ist einfach nur trocken, trotz des gestrigen regenfalls. ein beliebte taetigkeit ist es uns geworden, einheimische tramper mitzunehmen. wir nennen es taxi alleman. die schauen nicht schlecht wenn in unserem cruisomat bereits einige landsleute sitzen. gestern haben wir neben einem alten mann einen jungen mann vom stamm der berber mitgenommen. da wir strecke machen wollten war es kein problem ihn dorthin zu fahren wo er hin wollte. zum dank lud er uns zu einer hochzeitsfeier ein, die grund seines trampes war. das ich immer noch mit europaeischen augen versuche das land und seine kultur zu verstehen wurde mir gestern nur allzu bewusst. wir dachten wir koennten unmoeglich an einer hochzeit teilnehmen ohne landesuebliche kleidung und geschenke. dabei hatte ich das bild einer in unserem land ueblichen hochzeit im auge. weit gefehlt. eine berber hochzeit dauert è tage und an jedem tag wird eine andere prozedur und andere musik gespielt. das hiess gestern konkret: wir bekanen eine jellaba, das typische gewand der berber, und nahmen an einem essen von aelteren maennern teil. frauen sah man kein einziges mal waehrend des essens. solche themen sind auch als diskussionsgrund nicht erwuenscht. anschliessend fand auf dem dorfplatz ein musikalisches spektakel statt. fuer uns, wie fuer die dorfbewohner ein besonders ereignis. Marokko ist fuer mich noch ein land der grossen gegensaetzlichkeiten. mercedes neben esels karren, leicht gekleidete frauen neben verschleierten. ein alter mann sagte mir in einem anderen zusammenhang. geniesse die freiheit dich in marokko zu bewegen und dir alles anzusehen. schau es dir gut an aber urteile nicht ueber unseren koenig, unsere politik und gott. diese worte sollten wir uns in der westlichen welt haeufiger vor augen fuehren wenn wir vorschnell ueber dinge urteilen die zwir nicht verstehen -koennen-. in diesem sinne wuensche ich dir frohes schaffen und dass der sommer auch noch nach deutschland kommt. von mir aus kannst du von mir ein paar grad abhaben. dem naechst mehr. inschala. salut philipp
------- Message follows ------- Date sent: Thu, 26 Aug 2004 15:33:15 +0000 From: toennes@weinbacher-wv.de Subject: durch die endlosen Weiten der Westsahara... Hallo, wir sind heute hier in Dakhla (Westsahara) angekommen... Wie jedesmal sitze ich hier in einem internet cafe mit gluhender leitung...die Tastatur ist hier so abgegriffen das ich die Buchstaben mehr denn je suchen muss, und hoeren Bob Marley... Nachdem wir unsere erste Wuestentour gut ueberstanden hatten ging es in flotter fahrt weiter richtung sueden, ab der Westsahara dann von Polizeiposten zu Polizeiposten hier nach Dakhla... Unsere Stimmung wurde allerdings durch die uebliche Fahrtenkrankheit etwas getruebt...aber unkraut vergeht ja bekanntlich nicht! Auch unser Bus hat seinen ersten aussetzer gehabt...unser erster Platten war da...waehrend der reperaturen haben wir auch festestellen muessen das unsere Heckklappe voll mit oel war. Was ist da los? Reifen ok aber das orl gab mir schon sehr zu bedenken. Kommt das vielleicht von dem Haariss in der Oelwanne? Ganz ehrlich, unser Bulli hat auf unserer Wuestenetappe schon sehr gelitten... Es hat sich aber als eher undramatisch herausgestellt...ein schlauch vom oel Kuehler hatte sich gelockert. Wir werden nun erstmal eine ausgiebige Pause machen und uns ieberlegen wie wir weiter vorgehen. Heute haben wir die ùagische zahl von 5500 Touren Kilometer erreicht...ich habe mir das auch erstmal auf der Zunge zergehen lassen muessen...ganz schoen viel! Die Marokkaner und wie sie alle heissen wollen hier ja bekanntlich nicht so gerne Fotographiert werden...wir haben das respektiert und uns auf landschaftsbilder eingeschossen. Heute haben wir dann einen Anschiss bekommen als wir dabei waren einen Meilenstein zu Fotographieren...die spinnen wirklich... Ach was ganz vergessen habe...jetzt kommt was fuer die auto fahrer! Was kostet der Diesel in Deutschland? ICh meine vor meiner abfahrt waere er bei knapp einem euro gewesen... Hier in der Westsahahra macht das auto fahren riesen spass hier kostet einmal voll tanken nur 15 euro! Und kleinlich sind die hier beim tanken wirklich nicht...der Tank wird bis oberkannte unter kante voll gemacht, wobei der letzte halbe liter eher ausserhalb des Fahrzeugs landet. Aber kost ja nichts... in der einen hand den Zapfhahn und in der anderen die Kippe... naja, in schallah... so das war es mal wieder mit den 1001 geschichten aus Nordafrika... Tschoe Christoph
------- Message follows ------- Date sent: Thu, 26 Aug 2004 18:18:17 +0200 (MEST) From: Knoepf@weinbacher-wv.de Subject: endlich in der west sahara marhaban einen sonnigen gruss aus dakhla, ein gemuetliches stadtchen in der west sahara. vorweg sei gesagt, air haben die unschaffbare 1. wuestenetappe entgegen aller meinungen gemeistert. Auf der landkarte schien es, als sei die west sahara menschenleer, doch weit gefehlt. Die west sahara, ehenals spanisch west sahara, wurde untergrossen anstrengungen besiedelt, nachdem die Ureinwohner und die Mauretanier besiegt das land verliessen. ein bonus den die bewohner der west sahara haben, der auch uns zu gute kommt, sind die subventionierten treibstoffpreise. ein liter diesel kostet hier weniger als 0,30 Euro pro liter. verstandlich, dass das fahren hier noch mehr spass macht. 600km beste landstrasse fuhren wir durch beinahe nenschenleere gebiete. es ging immer nur geradeaus. gelegentlich kam uns ein lkw entgegen. fuer beide fahrer eine abwechslung, man gruesst kurz ehe man wieder alleine in der weite der sandwueste ist. einzig und alleine der stand der sonne aenderte sich sonst nichts. dass das gebiet einen sonderstatus hat merkt man spaetestens an den vermehrten militaer und polizeiposten, die ueber den grund der reise informiert sein wollen. allesamt verlaufen zuegig und freundlich. ein mal wurden air gefragt, ob wir nicht zufallig ein geschenk da lassen moechten. ein stift reichte aus... in den naechsten tagen werden air uns in dakhla von unserer ersten etappe erholen. Mensch und Maschine haben die 200km auf sehr steiniger piste nicht unbeschadet ueberstanden. man stelle sich ein ausgetrocknetes sehr steiniges bachbett vor, das gibt eine ahnung von der beschaffenheit der piste. wir feierten schon wenn in den 3. Gang geschaltet werden konnte. doch unvergesslich sind die eindruecke. des weiteren war es so heiss, das wir um die kuehlwassertemperatur gering zu halten; die heizung auf die hoechste stufe stellten. es wurde trotz alledem nicht heisser. nachts stuermte es und dser wind fuehlte sich an, als stuende jemand nit einem foen neben uns. unser fahrzeug liess uns nie im stich auch nicht als wir in tief eingesandet hatten oder es mit schwung aus einem bachbett katapultierten. 5500km gehen auch an dem kraeftigsten kaempfer vorueber. so hatten wir, wieder auf der landstrasse, einen platten undeinen lockeren schlauch am oelkuehler, duech den wir einen hohen oelverlust zu beklagen hatten. bei genauerer betrachtung stellten wir fest, dass wir wohl einige male zu oft mit dem wagen aufgesetzt waren. die achilissehne des busses, die tief liegende oelwanne, hat durch einen zu grossen kiesel einen haarriss bekommen. aber auch mit diesen problemen wurden wir fertig. Als naechste ziel haben wir nouhadibou ins auge gefasst. sollten es die pisten verhaeltnisse w*zulassen versuchen air bis nouakchott vorzudringen. im anhang der mail findest du blauen himmel und angenehme 33grad.viel spass damit. salut philipp
------- Message follows ------- Date sent: Tue, 31 Aug 2004 12:04:44 +0000 From: toennes@weinbacher-wv.de Subject: Mauretanien, ein Land gleicht einer Katastrophe... Moin, wir haben nun den suedlichsten Punkt unserer Reise erreicht... Nachdem wir 500 Kilometer durch die Wueste gefahen sind, sind wir ohne Pannen in Nouhakchott , der Hauptstadt von Mauretanien angekommen. Wir haben diese grosse tour in einer kleinen gruppe gemacht um an den Polizeiposten etwas besser (billiger) passieren zu koennen. Trotzdem haben wir hier und dort etwas zahlen oder geben muessen...sie sind hier halt einfach kurrupt. Der Trip durch die Wueste wa eine sehr interessante Erfahrung und ich denke das wir viel ueber das fahren im sand gelernt haben... Einmal ist es vielleicht ganz lustig das auto auszugraben aber nachdem dritten mal kotzt es einen richtig an, wir haben hier immerhin 31 grad im schatten. Da wir uns total auf eine Dusche gefreut haben sind wir auf einem Camping platz abgestiegen, was wir nicht wussten war das die duschen nicht funktionieren und generell kein wasser aus der leitung kommt. Ich sag euch die stimmung war perfekt... nach langen hin und her gabe en abends fuer ne halbe stunde wasser... was das internet betrifft, ist es hier wesendlich schlimmer wie das letzte mal. es kostet zwar nur 60 cent pro stunde aber es ist schlimmer wie mit einem 56 k modem, pro seite braucht ich hier 15 min zum laden... Morgen treten wir die rueckreise an, geplant ist das wir am 25 sept etwa zurueck sind...bis dahin Tschoe Christoph
------- Message follows ------- Date sent: Sun, 5 Sep 2004 15:27:19 +0200 (MEST) From: knoepf@weinbacher-wv.de Subject: kurze Eindruecke aus der Republic Islamic de la Mauretanie marhaban einen kalten aber sonnigen gruss aus laayoune, der noerdlichsten stadt in der west sahara. zwar scheint die sonne und der himmel zeigt sich im schoensten blau, trotz alledem bringt der starke west wind vom atlantik, kaltes wetter. mittlerweile ist das thermometer auf 25 grad gesunken. Fuer uns die die ganze letzte woche beinahe 40 grad im schatten hatten, kuendigt sich damit schon der kalte norden an. In der letzten woche haben wir uns erfolgreich durch die Wueste in Nordmauretanien gekaempft und schneller als erwartet Nouakchott, die Mauretanische Hauptstadt erreicht. Die Etappe standen wir gemeinsam mit einer franzoesischen Familie, die in einem gelaendewagen ihren umzug nach Nouakchott machte, und einem englischen paearchen, die mit 2 motorraedern eine Trans Afrika Tour machen, durch. die teilweise sehr sandige piste zehrte an den kraeften aller beteiligten. wir entwickeln uns mehrund mehr zu meistern des sand fahrens, doch ein bulli ist nunmal kein gelaendewagen und so kommt es vor dass wir bei 40º wieder mal unser fahrzeug ausgraben muessen, weil wir die bodenbeschaffenheit falsch eingeschaetzt haben. In nouakchott deutet nichts auf die tatsache hin, das es sich um eine hauptstadt handelt. Ziegen rennen durch den strassenverkehr und durchwuehlen muellberge, die so allgegenwaertig sind wie bei uns muelltonnen. Eselskarren zwaengen sich an mercedes -8er vorbei.man koennte meinen alle mercedes kombis vom modell strich 8 bis zum w 124, die es jemals in deutschland gab, waeren nach mauretanien verkauft worden. es riecht nach unrat und diesel abgasen.wenn man in dem getuemmel nicht aufpasst, stolpert man ueber jemanden der am boden kauert und seine notdurft verrichtet. was fuer uns wie wildes afrika aussieht, ist in wahrheit nichts anderes als die pure armut und die enormen anstrengungen eines volkes,irgendwie zu ein paar ougiyan, der name der hiesigen waehrung, zu kommen. Nichtsdestotrotz ein haben wir sehr interesannte eindruecke sammeln koennen und entgegen aller meinungen, kontakte zur bevoelkerung knuepfen koennen. die mauretanier sollen fremden gegenueber sehr verschlossen sein. Leider ist es dennoch wahr,dass sich polizei posten ueber ein kleines geschenk freuen, bzw. direkt noch dingen fragen. so fragte einer , ob wir unsere ausruestung noch braeuchten, wir wuerden ja wieder nach deutschland fahren und braeuchten den kram dort nicht mehr. als ich in erinnerte, dass ich ihm auf dem hinweg bereits ein fussballtrikot geben hatte, konnte er sich par tout nicht daran erinnern. Alles in allem verliefen die Kontrollen schnell und hoefflich, bis auf den einen oben genannten posten. bei der einreise wurden uns sogar 10 euro erlassen, weil wir das erste mal nach mauretanien einreisten. wie auch immer, bei einem durchschnittslohn von 50dollar fragt ein polizist verstaendlicherweise gerne nach einem kleinen geschenk. wie sagen die leute hier gerne: leben und leben lassen. Um die ausreise zu erleichtern, waehlten wir eine piste die zufaellig den mauretanischen grenzposten umfuhr. somithatten wir uns diese prozedur ein mal ersparen koennen. In der westsahra nutzen wir nun noch einmal die moeglichkeit, diesel fuer 0,25euro-liter, zu tanken, um dann in richtung jebel toubkal, einem 4000mberg im herzen von marokko,aufzubrechen. Mir ist zu ohren gekommen, dass ein liter diesel in deutschland 1,09euro kosten soll. da kann ich mich nur den tankwaertern aus der west sahara anschliessen und unglaeubig mit dem kopf schuetteln. in diesem sinne einen schoenen spaetsommer ilal liga philipp
------- Message follows ------- Date sent: Wed, 22 Sep 2004 00:46:42 +0200 (MEST) From: knoepf@weinbacher-wv.de Subject: Mit dem T3 in die Wüste...und auch wieder zurück! Hola nach nun mehr 13000km haben wir wohl erhalten unseren heimischen Taunus erreicht. Eine gute Einstimmung auf das herbstliche Wetter in Deutschland haben wir bereits auf unserem kleinen Tippel im Toubkal, südlich von Marakesch in Marokko, erhalten. Der Jbel Toubkal ist mit seinen 4137m der höchste Berg Marokkos und liegt in Mitten des wunderschönen Atlas Gebirge. Von einem kleinen Bergdorf führt eine Ziegenautobahn zwischen mächtigen Felswänden bis zu einer Schutzhütte auf 3000m. Dort zogen wir es vor unter freiem Himmel zu schlafen, da uns die Preise für eine Übernachtung in der Hütte zu hoch waren. Spätestens hier merkten wir, dass wir eigentlich eine Wüstentour geplant hatten und dem entsprechend ausgerüstet waren. Mit dem Einbruch der Dämmerung erhob sich ein orkanartiger Wind und pfiff durch das Tal in dem die Schutzhütte lag. Wir zogen es vor den Rest der Nacht in einem Rohbau zu verbringen und taten aufgrund unserer leichten Sommerschläfsäcke kein Auge mehr zu. Im Morgengrauen packten wir unsere Sachen zusammen und überwanden die letzten 1000 Höhenmeter. Am Gipfel wurden wir mit einer überwältigenden Aussicht belohnt. Nichtsdestotrotz waren wir froh als wir nach dem Abstieg das Bergdorf Aroumd erreichten und die Temperaturen merklich in die höhe schnellten. Die folgenten Tage verbrachten wir in Marakesch bei schön heißem Wetter. Die Stadt ist leider sehr stark vom Tourismus geprägt, man findet dort Dinge vor die für ganz Marokko recht untypisch sind, so dass wir uns weiter in Richtung Norden auf den Weg machten um noch ein wenig Sonne zu tanken. Der Rückweg aus der West Sahara gestaltet sich äußerst günstig. Denn dort hatten wir noch einmal 150 Liter vom guten subventionierten Diesel für unter 30 cent getankt. Auch hier gab es wieder ein ungläubiges Kopfschütteln als wir dem Tankwart von den deutschen Preisen berichteten. Dieser klopfte mir auf die Schulter und meinte er würde den Tank mal richtig voll machen. Was er auch tat und nebenbei einige Liter neben unser Fahrzeug plätschern ließ, da er sich gerade eine Zigarette anzündete. Mit dieser Reserve erreichten wir die spanische Freihandelszone Ceuta, wo wir wieder unsere Vorräte für 55c cent auffüllen konnten. Die Nadel war schon unter den Nullpunkt der Tankanzeige gerutscht, als wir Andorra erreichten und dort in den Genuß von Diesel für 67cent kamen. Andorra ist ein Besuch wert, nicht nur wegen den günstigen Spirituosepreisen, die teilweise um die Hälfte billiger sind als in unseren Landen, sondern auch wegen der schönen Landschaft. Als wir den Zollbeamten an der Grenze fragten, wieviele Flaschen Schnaps wir denn exportieren könnten, antwortete dieser etwas irritiert: "Wie Flaschen?" und drückte uns eine Broschüre in die Hand, aus der wir ersehen konnten, dass sich der Export von Alkoholika auf eine Flasche beschränkte. Nun ja zum Glück haben wir einen großen Cruisomat mit vielen Winkeln. Zum Schluß besuchten wir noch Luxembourg um mal wieder unsere Treibstoffreserven aufzufüllen. Spätestens hier stellten wir fest, dass sich der Sommer entgültig seinem Ende näherte, als wir uns in kurzen Hosen und Sandalen, Menschen mit Winterjacken und Schal gegen über sahen. Die Wüstentour ist zu Ende, unseren lang gehegten Traum mit dem eigenen Fahrzeug in die Wüste zu fahren, haben wir endlich umgesetzt. Wir haben tiefe Einblicke in einen Fremdekultur nehmen können und unbekannte Landschaften betreten. Doch während die eine Fahrt gerade zu Ende geht, haben wir schon neue Pläne geschmiedet. Wie sagte der berühmte Afrikaforscher Henry Morton Stanley nicht ohne Grund: "Africa is in me." In diesem Sinne wünsche ich Dir einen heißen Herbst... Horridoh Philipp
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