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Ein Refugium nur für Jungen |
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Göttinger Tageblatt, 19. September 2006
Göttingen (mib)"Der Weg ist das Ziel", sagt Frederic Holzwarth. Den Wandervögeln kommt es nicht darauf an irgendwo anzukommen, sondern darum, eine Region zu erwandern. Das macht die Göttinger Gruppe der Weinbacher Wandervögel regelmäßig. "Mit den einfachsten Mitteln", so Holzwarth. So auch bei der diesjährigen Fahrt in die italienische Provinz Kalabrien, die von den Göttingern bei sengender Hitze und eiskalten Schneestürme von Westen nach Osten durchwandert wurde. "Es ist spannend morgens noch nicht zu wissen, wo man abends schläft", sagt Wandervogel Max Richter. Auch wenn sich manche Wege als "reinster Horror" entpuppen. Aber das Abenteuer und der Nervenkitzel gehörten einfach dazu. Gemeinsam gemeisterte Gefahren und Schwierigkeiten haben die Gruppe zusammengeschweißt. Vor drei Jahren hat der 26-jährige Holzwarth mit Max Richter (27) die Gruppe gegründet. Klein ist die Gruppe seitdem geblieben: Acht Mitglieder zählt der harte Kern. Spaß haben die Jungen aber trotzdem. "Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft" sagt Richter. Dass keine Mädchen in der Gruppe sind, stört nicht, sagt Richter. Er versteht die Gruppe als "Refugium". Das sei "wesensgemäß das Beste für die Jungen " meint auch Holzwarth.
Seit drei Jahren ist der elfjährige Noha Almstedt bei den Wandervögeln: "Am Anfang wusste ich gar nicht, was mich erwartet", sagt er. Heute ist er mit Begeisterung dabei: "Statt in der Stube zu hocken, erlebt man was". Während der wöchentlichen Gruppenstunde werden die nächsten Fahrten geplant, mal geht es ins Freibad oder Kino, mal wird Fußball gespielt. "Das Schönste aber sind die gemeinsamen Lieder", sagt Richter. Wandervögel singen viel, die Gitarre fehlt auf keiner Reise. Als Gruppen- und Erkennungszeichen dient das rot-grau-weiße Halstuch und das Barett, das bei der Aufnahme in die Gruppe verliehen wird. Das Wappentier der Göttinger Wandervögel ist der Löwe. Eines Fehlt der Göttinger Gruppe jedoch: ein Gruppenraum. "Wir suchen. Aber es ist schwer einen zu bekommen", berichtet Holzwarth.
Kontakt über Max Richter Telefon 0551/5177480 oder per E-Mail an max@weinbacher-wv.de
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