Die Waffen des Zeus   –   Pfingsten 2003


  - ©Weinbacher Wandervogel

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Geländespiel der CP Saar, JB Phoenix, PB Kreuzfahrer und Weinbacher WV


Laut klirren die Waffen im heillosen Kampfgetümmel. Es ist ein Überraschungsangriff, wie er im Buche steht. Zunächst hat uns die übermächtige Truppe der Athener selbst in die Falle locken und mit wenigen sichtbaren Kämpfern einen kleinen versprengten Trupp vortäuschen wollen, doch haben wir ihre Taktik durchschaut und sie unsererseits in einen Hinterhalt gelockt. Nun sind Sie es, die vom Schrecken erstarrt des rasenden Angriffes der Spartaner harren und sich ihrem Schicksal ergeben...


Prolog

Es ist das antike Griechenland, das uns in diesem Jahr als historischer Rahmen unseres mehrtägigen Geländespiels dient, zu dem wir wie in der Vergangenheit befreundete Bünde aus ganz Deutschland eingeladen haben. Mit insgesamt knapp 250 Pimpfen und Gruppenführern ist die Beteiligung aber diesmal größer denn je. Durch einen Schmähbrief herausgefordert sind die Bünde PB Kreuzfahrer, Jungenbund Phoenix und CP Saar als Athener, Thebener und Delpher an den Ort des Geschehens gekommen, um sich mit uns, dem Weinbacher Wandervogel in der Rolle der Spartaner, im Kampf zu messen. Dazu haben die Bünde zunächst getrennte Lager bezogen, um einander vor der ersten Feindberührung im eigentlichen Kampfgeschehen noch nicht zu begegnen.

Mit viel Zeit, Energie und Liebe zum Detail haben sich unsere Gruppen über den Winter auf das große Ereignis vorbereitet, haben Schwerter, Schilde, Helme und Rüstungen gebaut, prächtige Gewänder genäht und sich durch Bücher über die Zeit der Peloponnesischen Kriege auf die eigene Rolle und Identität vorbereitet. Dafür, daß es im Kampfgetümmel keine echten Verletzten gibt, sorgen die klaren Regeln und die ständige Bereitschaft der Älteren, wenn nötig zum geordneten Rückzug zu blasen, um eine Eskalation zu vermeiden. Doch zimperlich soll es nicht zugehen, denn gerade wilde Schlachten und Gefangennahmen sind es, die die Pimpfe in den Bann eines Geländespiels ziehen und die Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Stadtstaaten des antiken Griechenlands wieder lebendig werden lassen.


Aufmarsch

Am Morgen vor der großen Schlacht steht die versammelte Schar der spartanischen Krieger in der Runde und die beiden Könige des kleinen Staates in höchsteigener Person sind es, die ihren Mannen die Lage schildern. Der Göttervater Zeus hat den hellenischen Staaten eine Aufgabe gestellt, um den tapfersten und ruhmvollsten Staat für die ehrenvolle Obliegenheit zu erwählen, zukünftig die Schutzherrschaft über den Olymp zu übernehmen und ihn damit gleichsam vor ungebetenen Störern und Bittstellern zu bewahren. Dazu hat er seine goldenen Waffen, Schwert, Schild, Speer und Bogen, an das Orakel von Delphi übergeben, das die Waffen unter den Staaten verteilen soll. Wer es schafft, die meisten der Waffen des Zeus im Kampf zu erringen und zurück zum heiligen Olymp zu bringen, wird durch das ruhmvolle Amt belohnt werden. Jeder einzelne der verfeindeten Stadtstaaten ist uns Spartanern an Zahl überlegen und es bedarf der ganzen Stärke und Kampfeslist jedes einzelnen Kriegers, um aus dieser Prüfung siegreich hervorzugehen.

Doch harter Drill und Schulung zur Disziplin von Kindesbeinen an sind es, die aus den Spartanern die mutigsten aller hellenischen Kämpfer macht und so ist es die sichere Gewißheit der eigenen Stärke, die die jungen Krieger unruhig vor Begeisterung und Vorfreude auf den Kampf das Nahende heransehnen läßt.

Die Taktik ist klar und einfach: kurz und schnell sollen die Kampftrupps auftauchen, den Gegner überraschen und besiegen und so schnell wie sie kamen auch wieder verschwinden, so als seien die Spartaner überall und nirgendwo. Ein ohrenbetäubender Lärm setzt ein, als die Krieger ihre kurzen Schwerter auf die mit häßlichen Fratzen bemalten Rundschilde schlagen, um sich auf die Kampfhandlungen einzustimmen. Da ertönt der Schlachtruf "Skotomos" und das Heer setzt sich in Bewegung.


Der geraubte Schild

Und so finden wir uns wieder vor den verunsicherten Athenern, die abwartend wie das Wild vor dem tödlichen Pfeil des Jägers in Erstarrung verfallen. Plötzlich und ohne Vorwarnung erschallt der Angriffsbefehl des Truppführers und mit lautem Kampfgeschrei jagt die wilde Meute dem Feind entgegen. Es ist ein kurzer und heftiger Kampf, bis die gegnerische Gruppe aufgerieben ist und nur noch vereinzelt Widerstand geleistet wird. Da ertönt das Erkennungssignal eines weiteren spartanischen Trupps aus nächster Nähe, die, vom Lärm des Kampfes alarmiert, den eigenen Männern zu Hilfe eilen – doch viel bleibt nicht mehr für sie zu tun. Vom ersten Sieg berauscht, ertönt wieder das Schlagen der Waffen und die Truppe rückt ab vom besiegten Feind.

Es folgen viele kleinere und größere Scharmützel zwischen Truppen der verschiedenen Heerscharen, bevor am Mittag Boten nach Delphi gesandt werden, um Auskunft über den geheimen Ort einer der Waffen des Zeus zu erlangen. Es werden die klügsten und gebildetsten Krieger ausgewählt, da das Orakel niemals eine Botschaft ohne eine Prüfung oder ein Rätsel übergibt und am geheiligten Ort die Sprache der Waffen zu schweigen hat.

Erfolgreich kehren die Boten von ihrem Auftrag zurück und die versammelten spartanischen Truppen machen sich auf, das verheißene Schwert des Zeus am verkündeten Orte zu suchen. Daneben schmieden wir einen Plan, wie wir den befeindeten Gruppen ihre Waffen abluchsen können, doch müssen wir dazu deren Verstecke in der undurchdringlichen Macchia finden.

Es ist Vorahnung und Intuition, die uns zu einem kleinen Steinbruch führen, in dessen Nähe tatsächlich das geheime Feldlager der Athener liegt, und in einer kurzen und schmerzlosen Attacke überrollen wir deren Lager und die wenigen Wachen, die zum Schutz des kostbaren Schatzes zurückgelassen wurden. Eine Truppe erfahrener Kämpfer macht sich mit dem riesigen Schild aus dem Staub und bringt ihn über gefährliche Wege in das sichere Versteck des eigenen Feldlagers. Der Rest des Heeres versucht, die attischen Scharen, die den Verlust ihrer Zeuswaffe bald mit Entsetzen festgestellt haben, an der Verfolgung zu hindern. Es folgen lange und verlustreiche Kämpfe bis in den späten Abend.


Ruhmreicher Abschluß

Groß ist die Spannung am nächsten Morgen nach überwiegend kampfloser Nacht. Zwei der vier Zeusschen Waffen haben wir erbeutet – würde es uns auch gelingen, sie zu den Pforten des Götterberges zu bringen? Nur dort konnten wir dem Göttervater die Trophäen zu Füßen legen und ihm damit unseren unübertroffenen Mut und Tapferkeit beweisen.

Es sollte uns gelingen. Zwar gab es noch eine Reihe heftiger Kampfhandlungen, bei denen wir nicht immer die Oberhand bewahren konnten, doch unsere Beute wurde nicht entdeckt. Und so konnten wir stolz und mit überschwenglicher Freude das Feldlager abbrechen und mit dem gesamten spartanischen Heer mit wehenden Fahnen und der ganzen Pracht unserer Ausrüstung und Gewänder gen Olymp ziehen. Dort hat Zeus zur Versammlung gerufen und alle wettstreitenden Staaten sind dem Ruf gefolgt. Gemeinsam wird das spätere Festmahl bereitet, denn trotz harter Kämpfe um die Gunst der Götter sind die hellenischen Staaten doch vereint im gemeinsamen Kampf gegen die Perser, diesen gottlosen Barbaren, die von Zeit zu Zeit das kultivierte Hellas überfallen.

Doch noch vor dem Fest erscheint – in der Person von Axi – Zeus, der Göttervater und Herrscher über Himmel und Erde. Erzürnt über die ewigen Kämpfe zwischen den Staaten, erhebt er seine gewaltige Stimme und fordert von nun an Frieden zwischen den Völkern. Doch hat er seine Prüfung nicht vergessen und läßt sich von den Staaten die errungenen Waffen vorführen, will er sich doch endlich in Frieden und geschützt durch eine verläßliche Wache auf den Olymp zurückziehen. Die Thebener präsentieren den goldenen Bogen des Zeus, die Delpher haben den großen Speer vorzuweisen, nur die Athener stehen mit leeren Händen da. Nun treten die spartanischen Könige hervor und legen Zeus ehrfürchtig den güldenen Schild und das Schwert zu Füßen. Da nickt Zeus zustimmend und anerkennend und unter den Spartanern bricht ein tosender Jubel aus.




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