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Söhne der Wüste – Maghrebinische Nacht 2001 |
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Die Wüste lebt. Auch in diesem Jahr sollten wir, ihre ergebenen Söhne, dieser Aussage gemäß aus allen noch so entlegenen Ecken unseres weiten, wunderschönen Landes zusammenkommen, um unsere große Mutter gebührend zu zelebrieren. So setzten sich die verschiedenen Karawanen in Bewegung, um gleich den funkelnden Strahl eines Sterns am Nachthimmel der Wüste auf sein gleißendes Zentrum, die Weinbacher Oase, zuzulaufen.
Die Freude unter uns Söhnen der Wüste war groß, als am Samstag alle Karawanen mit ihren "Wüstenschiffen" in der Oase angekommen waren. Man begrüßte die verbrüderten Stämme und auch die Weithergereisten, darunter ein neuer Wüstenstamm aus dem hohen Norden des Landes, wurden freudig im grünen Schatten der Palmen aufgenommen.
Unsere schöne Oase war nun zu einem prächtigen Zeltdorf angewachsen, und buntes Feuer erfüllte die geweihten Mauern und Grünflächen. Nun konnte das große Fest beginnen, zu dem unser ehrenwerter Scheich uns in der festlich geschmückten Jurte begrüßte. Nur die edelsten Teppiche bedeckten den Boden, und der Schein des Feuers und der Kerzen spiegelte sich in kostbarem, blankgeputztem Gold- und Messinggeschirr wieder. Schwere, süßliche Düfte erfüllten das Zelt und verhießen das Glück und die Freude der nachfolgenden Stunden.
Man war umgeben vom Lachen und Singen seiner Brüder, den Söhnen der Wüste, mit ihren weiten Gewändern, Pluderhosen und Turbanen. Sitra- und Trommelklänge mischten sich mit dem Prasseln des Feuers und den unglaublichen Erzählungen der Wüstenstämme, die sie von ihren weiten Reisen mitgebracht hatten. Da gab es die Geschichte von der Teilung der siebzehn Kamele und den drei strittigen Brüdern, bei deren dramatischer Darstellung die gesamte Jurte zum Kameltummelplatz wurde. Oder die Geschichte vom schönen mutigen Emir und seiner angebeteten Sultanstochter, die selbst im Tode noch reizend war.
Auch ein Schlangenbeschwörer und eine Bauchtänzerin konnten ihre exotischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Sogar aus dem fernen Abendlande wurde eine Geschichte mitgebracht. Sie handelte von einem Roßdiebe, dessen Schläue man gegenüber den einfältigen Dorfbauern bestaunen und belachen konnte.
Schließlich teilte sich der Eingang des edlen Zeltes, und mit dem kühlen Wüstennachtwind kamen die Sklavinnen des Scheichs und trugen uns auf Silbertabletten die erlesensten Speisen und Früchte des Orients auf.
Noch lange saßen wir Söhne der Wüste beisammen, labten uns an den vielen Köstlichkeiten, sangen die alten Weisen und entschlummerten irgendwann in Tausend und Einer Nacht.
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